Körpersprache

Kopie von Aristoteles-dunkelblau

Aristoteles: Die Rhetorik ist die Kunst,
die möglichen Überzeugungsmittel
zu finden.

Dr. Ulonska Training
Institut für Kommunikation
und Management

Lindenteichstraße 8
D - 37124 Rosdorf
Tel: 05545/655-6
Fax: 05545/655-7

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August 2011:
Rhetorik für Führungskräfte.

Das Buch “Rhetorik” von Dr. Ulrich Ulonska ist im August 2011 in einer komplett überarbeiteten und erweiterten Neuauflage als Taschenbuch erschienen (Für mehr - ein Klick auf die Abbildung):

Rhetorik für Führungskräfte Buch

ISBN 978-3-943048-47-6 
24,90 €
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 E-book und Hörbuch folgen.

Erfolgreiche Reden, Präsentationen, Gespräche, Diskussionen und Besprechungen haben Gründe.

“Die inhaltliche Qualität der so genannten “Management-Literatur” zu den Themen Rhetorik, Präsentation, Gespräch, Führung, Kommunikative Kompetenz, etc. ist für den Fachmann wirklich oft erschreckend, genau wie die Qualität der meisten privatwirtschaftlichen Trainerausbildungen. Von daher ist es mir ein Anliegen, das dieses Buch als Taschenbuch erscheint.”

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Dr. Ulrich Ulonska: Körpersprache erfolgreich nutzen

Nach wichtigen, z. B. politischen, Ereignissen treten besonders in den privaten TV-Sendern Experten auf, um die Körpersprache von Spitzenpolitikern zu deuten. Kann man andere Menschen durch Körpersprache durchschauen?

Gleich vorweg: Nein!

Warum? Gehen wir es wissenschaftlich exakt an.

Körpersprache umfasst korrekt gesehen nonverbal/vokales und nonverbal/nonvokales. Was heißt das?

a) nonverbal/vokal: Hiermit sind gemeint, der Stimmklang, die Artikulationspräzision (Aussprachedeutlichkeit), Betonungen (Sprechausdrucksmittel), die Art und Weise, wie der Akteur den Satz beendet (Kadenzen), der Tonfall nach der Transaktionsanlayse und vieles darüber hinaus.

b) nonverbal/nonvokal. Dies meint die Körpersprache im eigentlichen Sinne, Stand, Gestik, Mimik, Bewegungen des Körpers im Raum, Sitzposition und vieles darüber hinaus.

Die TV-Experten meinen, vor allem aus diesen Merkmalen Schlüsse ziehen zu können.

Schauen wir uns den Prozess der Wahrnehmung einmal genau an. Es sind drei Phasen:

1.) Wir nehmen etwas wahr.
2.) Wir interpretieren es.
3.) Wir reagieren.

Je mehr Lebenserfahrung wir haben, desto mehr verschmelzen Phase und 1 und 2. Wir sehen etwas und meinen, wir wüssten, was es bedeutet.

Nur: Beim Interpretieren kann sich auch sehr gefährlich “ver-interpretieren”. Nicht umsonst gibt es einen eigenen Wissenschaftsbereich, der sich nur mit der “Kunstlehre der Interpretation” beschäftigt, die Hermeneutik.

Schulz von Thun bringt hierzu ein schönes Beispiel:

Eine Frau kommt nach Hause. Ihr Mann sitzt vor dem Fernseher. Strahlend und freudig berichtet sie: “Ich habe mich entschlossen. Ich mache jetzt den Kurs bei der Töpferin!” Er runzelt die Stirn, zeigt alle Anzeichen von Ärger, fast Wut. Sie reagiert: “ Nun mach doch nicht so ein angewidertes Gesicht. Immer wenn ich einmal etwas Kreatives machen möchte, ziehst Du so einen Flunsch!”

Was war passiert?

Er hatte Fußball geschaut. In dem Augenblick, in dem seine Frau erzählte, schoss die gegnerische Mannschaft ein Tor. Sie hat etwas wahrgenommen, interpretiert und ...

Das ist in diesem Beispiel noch ganz lustig.  In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts waren Körperspracheseminare  “In”, in denen die Teilnehmenden am Ende der Veranstaltung als Erfolgskontrolle einen Test ausfüllten. Wenn jemand dies und jenes körpersprachlich tut, dann bedeutet das...

In einem meiner Seminare hatte ich ein Opfer einer solcher Veranstaltung dabei.

Wir probten eine Geschäftsbesprechung. Der Teilnehmer nannte als Anbieter seinen Preis. Der Kunde drehte sich zur Seite. Nun hatte unser “Opfer” gelernt: “Kunde dreht sich zur Seite: Preis zu hoch” Also gab er einen Preisnachlass. Der Kunde akzeptierte freudig.

Anschließend befragt sagte der Kunde: “Der erste Preis war ganz in Ordnung und ich habe mich auch nicht abgewendet. Aber, stopp, jetzt weiß ich es wieder. Irgendwann  schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass meine Frau heute Geburtstag hat. Und hatte kurz überlegt, ob ich mit ein Memo schreibe: Blumenstrauss.”

Was war passiert? Der Teilnehmer hatte etwas bemerkt, es interpretiert und dementsprechend reagiert. Für ihn sehr teuer und auch falsch interpretiert.

Was folgt daraus: Es ist unmöglich durch Körpersprache andere Menschen zu durchschauen. Das können auch die besten Psychologen nicht.

Trennen Sie:

1.) Wahrnehmen
2.) Interpretieren
3.) Reagieren.

Wenn Sie etwas an der Körpersprache anderer Menschen irritiert, fragen Sie einfach nach: “Ich sehe, Sie runzeln die Stirn, Sie schauen zu Boden...” Sie werden von heute an oft überrascht sein, was der/die andere sagt.

Es ist unglaublich, woran Menschen bei wichtigen Besprechungen denken: Ein Lächeln - Zustimmung? Oder nur: Ich sehe gerade, es fängt an zu regnen und Herr XY hat sein Cabrio offen gelassen.

Aber: Anders herum gibt Körpersprache einen Sinn. Sie können sie bewusst einsetzen und damit sehr bemerkenswerte Wirkungen erzielen.

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